Manche Dinge muss man einfach irgendwann mal machen! Vor allem, wenn man eine Idee schon fast 14 Jahre lang mit sich rumträgt. Im Mai werde ich in Ungarn beim 6-Tage-Lauf teilnehmen.
Angefangen mit Ultramarathon habe ich 2003 ganz klassisch mit dem 100-km-Lauf in Biel, so richtig los ging das Ganze dann erst ab 2006. Zu der damaligen Zeit hatte ich nach den ersten 24-h-Läufen die Intention, relativ zeitnah auch mal an einem 6-Tage-Lauf teilzunehmen. Mit zunehmendem Leistungsfortschritt bin ich aber dann erstmal an den 24 h hängen geblieben, um dann ja auch eine internationale Karriere zu starten (die Spartathlons zähle ich aufgrund des teilnehmenden Klientels auch in diese Kategorie mit hinein). Da das ja nun nicht mehr ganz oben auf der Agenda steht, ist das nun ein nahezu perfekter Zeitpunkt, um den Plan, einen 6-Tage-Lauf unter die Füße zu nehmen, wahr werden zu lassen.
Ganz so leicht ist mir die Entscheidung jedoch nicht gefallen. Über Wochen hinweg habe ich hin und her überlegt. Teilweise bin ich auch nachts zu den unmöglichsten Zeiten gelaufen – nicht nur, aber auch, um auszutesten, wie gut das Laufen auch zu für den Biorhythmus ungewohnten Zeiten funktioniert. Gut, prinzipiell kenne ich das ja schon von vielen anderen Ultraläufen, aber im Wettkampf, bei 24 h, wo man dann auch voller Adrenalin ist, fällt es natürlich auch deutlich leichter.
Ich sehe das „Projekt 6-Tage-Lauf“ insbesondere als ein großes mentales Abenteuer an. Ich möchte in erster Linie herausfinden, was passiert, wenn man solch einen langen Ultralauf absolviert. Welche Herausforderungen werden auftreten? wie kann ich das Projekt möglichst gut absolvieren? Was wird es mit mir selbst machen – gerade auch im Nachhinein?
Ich bin mir sicher, dass ich mit dieser für mich komplett neuen Erfahrung vieles neues Lernen werde. Vielleicht werde ich so etwas danach nie wieder machen, doch ich glaube, es lohnt sich, diesen Weg zu gehen.
Mit vielen Aspekten setze ich mich im Vorfeld des Laufs noch intensiv auseinander. Meine Erfahrung aus nun schon fast 17 Jahren Ultramarathon wird mir sicherlich zu Gute kommen, doch vieles werde ich für dieses Projekt selbst erst noch lernen müssen. Rennstrategie, Schlafstrategie, Ernährungsstrategie – all das sind Aspekte, die natürlich bei solch einem Mehrtageslauf eine ganz eigene Dimension haben. Wer Lust hat, darf mich auf dieser spannenden Reise gerne begleiten, denn meine Gedanken und Erfahrungen rund um das Projekt werde ich hier in unregelmäßigen Abständen dokumentieren.

Ausführlicher gehe ich auf meine Teilnahme beim 6-Tage-Lauf und die damit verbundene Intention und Motivation im ersten Video ein:

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