Ein nicht ganz unwesentlicher Teil der Vorbereitung ist natürlich das läuferische Training an sich. Eigentlich ist dieser Part aber für mich selbst fast der unspektakulärste. Im Großen und Ganzen werde ich mich bei meiner Vorbereitung an einem klassischen 24-h-Lauf-Training orientieren und das kenne ich ja ganz gut. In Sachen Training möchte ich es ehrlich gesagt nicht ganz so verbissen angehen (wie das vielleicht manchmal früher der Fall war), denn ich möchte das Ganze ja in erster Linie als Ultramarathon-Abenteuer mit Lerneffekt zu verstehen wissen. Ein gewisses Konzept ist natürlich trotzdem von Nöten.
So ganz isoliert darf man solch eine Vorbereitung natürlich nicht sehen, stattdessen geht es um den Gesamtkontext in dem das Training stattfindet. Das heißt, der Zeithorizont der Vorbereitung geht weiter als über die letzten drei Monate vor dem Highlight in Ungarn hinaus. Die Idee, in 2020 den 6-Tage-Lauf in Angriff zu nehmen, trage ich ja schon länger mit mir herum. Dementsprechend habe ich das auch schon im letzten Viertel des Jahres 2019 berücksichtigt.
Soll heißen, im Sinne von „vom Unspezifischen zum Spezifischen“ ging es noch nicht so wirklich darum, Kilometer ohne Ende abzureißen. Zugegebenermaßen hätte ich da auch nicht die Zeit dazu gehabt. Stattdessen habe ich tendenziell eher unspezifisch trainiert. Mein Plan war es, ein wenig an den kurzen Strecken zu arbeiten. So ganz umsetzen konnte ich das nicht, da ich recht eingespannt war. Was jedoch gut funktioniert hat, war es, wie geplant auch mehr an der Kraftausdauerkomponente, mittels Einbau von Höhenmetern zu feilen.
Oft wird in der Vorbereitung auf solch einen Mehrtagelauf auch schon ein langer Ultramarathon-Wettkampf in die letzten Monate der Vorbereitung eingebaut. Ich habe mich jedoch ganz bewusst dagegen entschieden, da ich mir die mentale Frische für das Projekt 6-Tage-Lauf aufrecht erhalten möchte. Aus meiner Erfahrung weiß ich, wie ermattend diese ganz langen Läufe über mehr als 200 km sein können. Dementsprechend habe ich für mich entschieden, dass ich solch einen Lauf nicht einbaue, auch wenn ich es rein physiologisch bei angepasstem Renntempo sicherlich auch rechtzeitig regeneriert bekommen hätte. Stattdessen werde ich bei der Deutschen Meisterschaft im 100km-Lauf am Start sein.
Dementsprechend wird der längste Lauf der Vorbereitung auch nicht länger als eben diese 100km sein. Im Vergleich zu dem was dann im Zielwettkampf gelaufen werden soll, ist das mehr oder weniger nur eine „Kurzstrecke“. Meiner Meinung nach macht es aber wenig Sinn, das Training in einen Bereich zu bringen, in dem es vom Körper nicht entsprechend gewinnbringend „verarbeitet“ werden kann. Es ist zwar verlockend im Hinblick auf die im Wettkampf zu laufende Distanz auch im Training schon etliche Läufe im dreistelligen Kilometerbereich zu absolvieren. Da stellt sich dann aber schon die Frage inwiefern Trainingsnutzen und benötigte Regenerationszeit in angemessenen Verhältnis stehen.
Was ich jedoch zusätzlich zum normalen Lang-Ultramarathon-Training dann in den letzten acht Wochen der Vorbereitung einschieben werde, sind konsequente „low-pulse-Einheiten“. Was es damit auf sich hat und genauere Hintergründe zum 6-Tage-Lauf-Training, gibt es im nachfolgenden Video zu bewundern:

Recommended Posts