Passend zur Siegerehrung scheint die Sonne! 2. Jesper Svendsen (Den), 3. Seppo Hiltunen (Fin).
Nur fünf Wochen nach dem Bienwaldmarathon in Kandel stand für mich in Kopenhagen schon der nächste Wettkampf auf dem Programm. Allerdings galt es diesmal, eine wesentlich längere Strecke von 100 Kilometern zu bezwingen. Nach dem Erreichen meiner neuen Marathon-Bestzeit konnte ich nach ein paar Tagen der Erholung wieder rasch und ohne Probleme das Training aufnehmen und auch lange Einheiten von über 50 Kilometern absolvieren. So war ich im Hinblick auf den Kopenhagen-Ultramarathon sehr zuversichtlich und das Ziel war mit einer neuen persönlichen Bestzeit auch schnell festgelegt.
Lange Zeit vor dem Wettkampf war ich mir unsicher in welchen Tempo ich in den Lauf starten sollte. Letztendlich habe ich mich für einen 4:30er Schnitt entschieden, so dass es mein Plan war, die 50-km-Markierung nach 3:45 Stunden zu passieren. Nachdem es am Freitag noch stundenlang regnete, war es am Wettkampftag mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bitterkalt. Demensprechend froh war ich, als um 8:00 Uhr der Startschuss gefallen ist und man sich endlich auf den zehn Kilometer langen Rundkurs begeben konnte. Da im Rahmen des 100ers auch Läufe über 50 Kilometer und über die Marathondistanz stattfanden, waren die ersten Kilometer recht unübersichtlich und ich wusste erstmal gar nicht auf welcher Platzierung ich mich befand. Erst meine Freundin, die mich betreute, schaffte für mich Klarheit, in dem sie mir zurief, dass ich auf dem zweiten Gesamtrang liegen würde. Auf der Strecke wurde es spätestens nach der zweiten Runde relativ einsam, da ich nun durch mein gleichmäßiges Tempo den Großteil der 50-Kilometer-Läufer abhängen konnte. In dieser Phase des Rennens galt es für mich, mit möglichst niedriger Anstrengung und optimierter Verpflegung die Kilometer abzuspulen, da noch ein hartes Stück Arbeit vor uns Läufern liegen sollte. Die Marathondistanz absolvierte ich nach ca. 3:10h. Zu diesem Zeitpunkt lag ich bereits etwa sieben Minuten hinter dem führenden Dänen, der den Lauf in einem höllischen Tempo startete. Über den Abstand nach hinten wusste ich nichts, interessierte mich aber auch nicht, da ich meine Platzierung ja verbessern und nicht verschlechtern wollte. Ab Kilometer 55 begann es für mich, richtig hart zu werden und ich war gezwungen das Tempo etwas zu drosseln. Die härteste Runde war für mich dann die siebte, für die ich auch etwa zwei Minuten länger als für die Vorhergehenden gebraucht habe. Ausgerechnet in dieser Phase konnte ich auf einer langen Geraden wieder den Führenden sehen. Er muss wohl einen totalen Einbruch gehabt haben, so schnell wie sein großer Vorsprung geschmolzen ist. Genau bei Kilometer 70 konnte ich Platz 1 übernehmen und es entstand sofort eine deutliche Lücke. Das Tempo der ersten Hälfte des Rennens war ich jetzt allerdings nicht mehr in der Lage zu laufen und so bemühte ich mich ein Tempo von etwa 4:45 min/km zu halten. Kilometer 90 passierte ich nach 6:55h, so dass ich kurzzeitig spekulierte mit einer schnellen letzten Runde noch unter 7:40h zu kommen. Letztendlich war ich aber nicht mehr in der Lage, zuzulegen und so beschloss ich das Rennen kontrolliert „nach Hause zu bringen“, was mir auch mit über 15 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten gelang.
Mit der Endzeit von 7:42:43h bin ich zufrieden und freue mich schon jetzt auf die beiden Saisonhöhepunkte DM (Juni, Stadtoldendorf) und WM (September, Polen) im 24h-Lauf.

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